Quartalsbrief «selten»

Wandtafelbild von Hanspeter Eugster zum Thema «selten»

«selten»

3. Quartalsthema 2025/26

Selten – dieses Wort klingt leise und kostbar zugleich. Es beschreibt das, was nicht alltäglich ist, was unsere Aufmerksamkeit fordert und unseren Blick schärft. In einer Welt, die von Fülle und Geschwindigkeit geprägt ist, lädt uns das Seltene zum Innehalten ein.

Wir begegnen ihm in der Chemie, wenn Elemente und Moleküle entdeckt werden, die nur in winzigen Mengen existieren und dennoch eine große Wirkung entfalten. In der Physik offenbart sich das Seltene in besonderen Phänomenen, die nur unter außergewöhnlichen Bedingungen sichtbar werden und unser Verständnis der Natur erweitern.

In der Biologie zeigt es sich in Pflanzen und Tieren, die einzigartig angepasst sind, deren Existenz oft fragil ist und deren Verschwinden unwiederbringlich wäre. Jede seltene Art erzählt eine Geschichte von Balance, Vielfalt und Verantwortung.

Auch die Geschichte ist reich an Seltenem: an herausragenden Persönlichkeiten, deren Ideen, Entdeckungen und Erfindungen den Lauf der Welt veränderten. Menschen, die anders dachten, neue Wege wagten und damit Spuren hinterließen, die bis heute nachwirken.

Gleichzeitig erinnert uns das Thema „selten“ an die Endlichkeit der Ressourcen unseres Planeten. Was begrenzt ist, verlangt Achtsamkeit. Nachhaltigkeit wird so nicht nur zu einem Begriff, sondern zu einer Haltung – getragen von Wissen, Respekt und Weitsicht.

„Selten“ verbindet Wissenschaft und Menschlichkeit, Vergangenheit und Zukunft. Es macht deutlich, dass das Wertvollste oft nicht das Lauteste oder Häufigste ist, sondern das, was wir schützen, verstehen und bewahren lernen müssen.

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